Wiener Gspusi

Was ist es wirklich, das Wiener Gspusi?

  

 

Für die einen ist es eine unverbindliche Liebschaft, andere bezeichnen es als Techtelmechtel. In jedem Fall sind die Zutaten eines Gspusis amouröser Natur, nichts offizielles, und gereichen es den Mitwirkenden (zumeist) zur Freude. In Wien hat das Gspusi – ähnlich der Kaffeehauskultur – schon lange Tradition. So war Johann Nestroy ein Liebhaber dieser Art von Liaison, ebenso Wolfgang Amadeus Mozart, der neben seiner Constanze das eine oder andere Gspusi gepflegt haben soll. Auch ist bis heute nicht belegt ob, den ungarischen Grafen Gyula Andrássy mit der österreichischen Kaiserin Sisi mehr verband als enge Freundschaft.



In vielen weiteren Fällen soll das Wiener Kaffeehaus als Ort der Begegnung so manches Blut in Wallungen und so manches Herz in den ¾-Takt versetzt haben. Als 1856 erstmals auch Frauen der Zugang gestattet wurde – zuvor war die einzige weibliche Person im Kaffeehaus die Sitzkassiererin – regte sich so manches in der bisher, (fast) ausschließlich männlichen Gesellschaft: beste Bedingungen für das Entstehen des einen oder anderen Gspusis.



Das Wiener Gspusi ist in jedem Fall etwas Schönes und Heiteres, verbunden mit Lebensfreude und einem Augenzwinkern. Welches Motto könnte also besser passen zu diesem wohl schönsten aller Bälle, dem Ball der Wiener Kaffeesieder?

 
Wiener Ball - Unesco Weltkulturerbe